Mary Sue

die zu perfekte Figur

Was ist Mary Sue?

Mary Sue bezeichnet eine Figur, die alles kann, alle für sich einnimmt und keine echten Schwächen hat. Der Begriff stammt aus einer Parodie: 1973 schrieb Paula Smith in einem Star-Trek-Fanzine über Lieutenant Mary Sue, fünfzehneinhalb Jahre alt, jüngste und klügste Absolventin der Akademie, die Kirk, Spock und McCoy beeindruckt und den Tag rettet. Der Begriff ist heute umstritten, und zwar zu Recht. Er wird fast ausschließlich auf weibliche Figuren angewandt. Superman und James Bond haben dieselben Eigenschaften und bekommen das Etikett nie. Die Autorin Valerie E. Frankel nennt den Vorwurf deshalb sexistisch, weil er unterstelle, keine weibliche Figur dürfe so mächtig sein wie ein männlicher Held. Paula Smith selbst sagte später, Männern sei es immer erlaubt gewesen, außergewöhnlich fähige Platzhalterfiguren zu haben. Das eigentliche handwerkliche Problem ist enger und hat nichts mit Geschlecht zu tun: nicht Fähigkeit, sondern fehlender Widerstand. Eine Figur wird uninteressant, wenn nichts sie etwas kostet.

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