Ein Fantasy-Manuskript braucht alles, was jeder Roman braucht, und dann noch zwei Dinge mehr: ein Magiesystem, das trägt, und einen Weltenbau, der die Handlung nicht ausbremst. Genau da schaue ich hin, weil dort die meisten Manuskripte hängen bleiben und nicht an der Sprache.
Von einer Lektorin, die das Genre selbst liest und selbst schreibt. Antwort innerhalb von 24 Stunden.
In der Fantasy scheitern Manuskripte selten am Satzbau. Sie scheitern an den Regeln der Welt, an der Menge an Vorwissen im ersten Drittel und an Details, die über fünfhundert Seiten auseinanderdriften. Diese fünf Punkte stehen bei mir in jedem Fantasy-Lektorat auf der Liste.
Die Erwartung deiner Leserin hängt daran, in welchem Regal dein Buch steht. Dasselbe Kapitel kann in dem einen Subgenre zu langsam und in dem anderen genau richtig sein. Deshalb frage ich am Anfang, wohin dein Buch gehört, und lese es dann an dieser Erwartung entlang.
Eigene Welt, großer Konflikt, oft mehrere Erzählstränge. Hier prüfe ich vor allem die Übersicht: ob die Leserin nach hundert Seiten noch weiß, wer gegen wen steht, und ob jeder Strang eine eigene Frage beantwortet.
Magie in unserer Welt. Die schwierigste Frage ist immer dieselbe: Warum merkt es niemand? Die Regeln der Geheimhaltung müssen früh stehen und dürfen später nicht bequem gebrochen werden.
Kleine Einsätze, warmer Ton, keine Weltenrettung. Der häufigste Fehler ist ein Bösewicht, der zu bedrohlich wird. Der Konflikt darf wehtun, aber er darf die Wohlfühlebene nicht kippen.
Schreibst du Fantasy mit einer Liebesgeschichte, die genauso wichtig ist wie der Plot? Dann gelten zusätzlich die Regeln von Romantasy, und das sind vor allem strukturelle.
Fantasy ist das Genre mit den dicksten Büchern, und im Selfpublishing hält dich niemand auf. Trotzdem hat Länge einen Preis, und zwar dreifach: beim Lektorat, beim Buchsatz und im Druck. Bei Print on Demand steigen die Herstellungskosten mit jeder Seite, und weil der Ladenpreis nicht beliebig mitwachsen kann, bleibt bei dicken Büchern weniger Tantieme übrig.
Als Orientierung: Ein Debüt in der Fantasy liegt meist zwischen 90.000 und 150.000 Wörtern. Darunter wirkt eine eigene Welt oft nicht ausgebaut, darüber wird es teuer, ohne dass die Leserin mehr bekommt. Wenn dein Manuskript deutlich darüber liegt, ist meine erste Frage nicht, was du streichen sollst, sondern welche Nebenhandlung die Hauptfrage des Buchs nicht mit beantwortet.
Bist du dir noch nicht sicher, ob dein Manuskript überhaupt so weit ist, kann ein Manuskriptgutachten der günstigere erste Schritt sein. Es sagt dir, was trägt und was hakt, bevor du Geld in ein vollständiges Lektorat steckst.
Es gibt bei mir keinen Genrezuschlag. Fantasy-Manuskripte sind nur häufig länger, deshalb rechnet sich der Blick auf die Beispielrechnungen. Preise, Leistungen und Rechenbeispiele stehen gesammelt auf einer Seite, damit du sie an einem Ort vergleichen kannst.
Dasselbe wie für jedes andere Manuskript, einen Genrezuschlag gibt es bei mir nicht. Fantasy-Manuskripte sind nur häufig länger, deshalb lohnt der Blick auf die Beispielrechnungen. Alle Preise und Rechenbeispiele stehen auf der Lektorat-Seite.
Nein, im Gegenteil. Ich lese dein Manuskript zuerst so, wie eine Leserin es täte, ohne Vorwissen. Genau daran merke ich, wo etwas unklar bleibt. Wenn du mir vorher alles erklärst, kann ich das nicht mehr beurteilen. Notizen, Karten und Zeitleisten schaue ich mir gern im zweiten Durchgang an.
Ja, das ist einer der Punkte, an denen ein Fantasy-Lektorat sich von jedem anderen unterscheidet. Ich führe während des Lesens mit, was deine Magie kann, was sie kostet und wo ihre Grenzen liegen. Widersprüche fallen so auf, bevor sie im gedruckten Buch stehen.
Ja. Ich lese das Genre selbst, ich schreibe selbst seit 2014 darin, und ich weiß, dass High Fantasy andere Erwartungen bedient als Urban Fantasy oder Cozy Fantasy. In meinem Glossar erkläre ich die Fachbegriffe einzeln, das kannst du dir vorher ansehen.
Nein. Ich sage dir, wo dein Text nicht das erreicht, was du willst, und begründe es. Was du davon übernimmst, entscheidest du. Genrekonventionen benenne ich, wenn du gegen eine verstößt, aber das ist ein Hinweis auf ein Risiko, keine Anweisung.
Im Selfpublishing gibt es keine feste Grenze, aber es gibt Kosten. Jede Normseite kostet dich beim Lektorat, beim Satz und im Druck. Bei Print on Demand steigen die Druckkosten je Seite, das drückt bei dicken Büchern spürbar auf die Tantieme. Wenn dein Manuskript deutlich über 150.000 Wörter geht, schaue ich zuerst, ob wirklich alles davon gebraucht wird.
Die Fachbegriffe von dieser Seite erkläre ich einzeln im Glossar. Mehr zu Ablauf und Zusammenarbeit steht in den häufigen Fragen, und wer hinter Zeilenlektorat steckt, auf meiner Über-mich-Seite.
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