Pacing
das Erzähltempo
Was ist Pacing?
Pacing ist das Tempo, in dem sich Handlung, Information und Gefühl entfalten. Gesteuert wird es über Szenenlänge, Satzlänge, das Verhältnis von ausgespielter Szene zu geraffter Erzählung und über die Dichte der Konfliktmomente. Kurze Sätze und viel Dialog beschleunigen, lange Beschreibungen und Rückblenden bremsen. Beides ist richtig, es kommt auf die Stelle an. In Romantasy ist ein Muster so verbreitet, dass es fast zur Genrekrankheit geworden ist: Das erste Drittel wird vom Weltenbau ausgebremst, der romantische Bogen startet zu spät, und im letzten Viertel wird alles überstürzt aufgelöst. Ein einfacher Selbsttest: Schreib für jedes Kapitel in einem Satz auf, was sich darin verändert. Wo du nichts schreiben kannst, stimmt das Tempo nicht. Nicht zu verwechseln mit dem Spannungsbogen: Der beschreibt den Verlauf über das ganze Buch, Pacing die Geschwindigkeit an der einzelnen Stelle.
