Head-Hopping
Perspektivwechsel mitten in der Szene
Was ist Head-Hopping?
Head-Hopping ist der Sprung in den Kopf einer anderen Figur innerhalb einer Szene, ohne Kapitelwechsel und ohne jedes Signal. Ein Absatz zeigt, was sie denkt, der nächste, was er fühlt. Für die Leserin ist das ein kurzer Moment der Desorientierung: Sie weiß nicht mehr, wessen Wahrnehmung sie gerade folgt, und die aufgebaute Nähe zur Figur bricht weg. Der Unterschied zu Dual POV ist nicht die Zahl der Perspektiven, sondern Absicht und Markierung: Dual POV wechselt an der Szenen- oder Kapitelgrenze und sagt es deutlich, Head-Hopping wechselt unmarkiert mittendrin. Ebenfalls zu unterscheiden ist der allwissende Erzähler. Der ist eine eigene, durchgehende Erzählinstanz mit eigener Stimme, kein unkontrolliertes Hin und Her. Head-Hopping fällt fast immer erst von außen auf, weil die Autorin ja tatsächlich weiß, was beide Figuren denken. Es ist einer der häufigsten Punkte, die ich im Lektorat markiere.
